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Kommentar zu: Tagesschau – Was das Attentat mit Memes und Gaming zu tun hat

by Patrick

Der Tod von Charlie Kirk hat mich nicht berührt. Im Gegenteil, eine gewisse Schadenfreude konnte ich nicht verbergen, ist er doch durch die Sachen gestorben, die er am meisten propagierte: Gewalt und Waffen. Kirk war auch kein Rechtskonservativer oder Rechtsnationaler, wie er gerne von vielen Medien bezeichnet wird, Kirk war ein religiöser Fanatiker und Rechtsradikaler. Da muss man jetzt auch nicht um den heißen Brei herumreden, weil der Mann tot ist und man doch bitte Anstand wahren sollte, man sollte die Dinge schon so nennen wie sie halt waren. Er hat zu Gewalt gegenüber Minderheiten aufgerufen und hat hinter der Fassade, man sollte doch mit allen Menschen diskutieren und alle Meinungen zulassen, menschenverachtenden Dreck in junge Köpfe gepflanzt. Im Prinzip ist er durch sein eigenes Produkt gestorben.

Eigentlich hat das Thema Kirk auch gar nichts auf meinem Blog zu suchen, schließlich soll es hier um Videospiele und nicht um tote Söhne herzensguter Frauen gehen. Jetzt hat die tagesschau auf ihrer Homepage aber einen Artikel über Kirk mit dem Titel

Was das Attentat mit Memes und Gaming zu tun hat

veröffentlicht, in dem versucht wird, eine Verbindung zwischen dem Mord und der Meme- und Gamingkultur herzustellen. Spoiler: eigentlich gibt es keine. Der Autor versucht trotzdem, basierend auf den Nachrichten, die der Schütze wohl auf die Patronen geschrieben hat, einen Zusammenhang zu erzwingen.

Der ganze Artikel widerlegt sich eigentlich selbst und zu jedem Punkt, sei es Gaming, Meme-Kultur oder generelle Online-Aktivität wird gesagt, dass man diese Dinge getrennt vom Attentat betrachten sollte und nur Anhaltspunkte (lol), allerdings keine handfesten Belege sind, um die Tat irgendwie in Verbindung dazu zu setzen. Am Ende fällt dann aber folgendes Zitat:

Auch wenn die Gründe für das Attentat auf Kirk weiter unklar sind: Der Fall macht deutlich, wie eng reale Gewalt und die Mechanismen der Meme- und Gaming-Kultur miteinander verwoben sind.

Davon ab, dass der Satz wie aus ChatGPT klingt: es ist einfach Schwachsinn, reale Gewalt eng mit Gaming-Kultur zu verknüpfen, ohne a) Belege dafür und b) das in einem Artikel zu nennen, der Kirks Aussagen als „umstritten“ bezeichnet. Im Beitrag selbst steht:

„Die Frage, ob Tyler R. vielleicht durch Computerspiele radikalisiert oder gewalttätiger wurde, erinnert an die unsägliche und oft auch unsachliche Killerspiel-Debatte.“ Studien zeigten, dass zu Gewalt neigende Menschen zwar gerne gewalthaltige Spiele spielten, doch die Annahme, dass Spiele an sich Menschen gewalttätig machten, müsse klar verneint werden.

Wie der Autor da zu dem Fazit kommt, dass echte Gewalt und Gaming eng miteinander verflochten sind, erschließt sich mir selbst mit ganz viel Fantasie nicht. Zumal der Elefant, wer wirklich Gewalt propagiert, so groß im Raum steht und partout nicht genannt wird: Charlie Kirk. Der Fall macht nicht deutlich, wie eng reale Gewalt und Gaming-Kultur verwoben sind, vielleicht macht der Fall auch einfach deutlich, dass du manchmal erntest was du säest. Einen Befehl aus Helldivers II u.a. als Anlass zu nehmen, so einen Artikel zu schreiben und die Gaming-Community als irgendeine Art Gewaltpool zu framen, erinnert wie oben in dem Zitat erwähnte Killerspieldebatte, die im selben Satz als Unsinn gekennzeichnet wird – ich verstehe einfach wirklich nicht, wie man da zu so einer Schlussfolgerungen kommt und sich denkt: „Das ist echt gut, das nehme ich so!“

Dazu kommt, dass die geleakten Chats des mutmaßlichen Attentäters Taylor Robinson ein komplett anderes Bild zeichnen als das, was mit dem Tagesschau-Artikel suggeriert wird. Neben der Tatsache, dass Robinson selber keinerlei Gewaltphantasien verbreitet oder seine Lieblingsspiele irgendwie in solch einen Kontext gesetzt hat, haben auch seine Freunde schockiert auf das Attentat reagiert und keine Anstalten gemacht, diese Tat in irgendeiner Weise zu glorifizieren. Im Gegenteil, die Chats zeigen ein friedliches Miteinander, bei dem harmlose Internetgags ausgetauscht werden. Die Verläufe und eine Zuordnung dieser könnt ihr hier nachlesen: https://www.kenklippenstein.com/p/exclusive-leaked-messages-from-charlie

Statt über die Gewalttätigkeit der Gaming-Bubble aufzuklären sollte man anfangen, diese rechtsradikalen, fanatischen Spinner als das zu bezeichnen, was sie sind: rechtsradikale, fanatische Spinner. Menschen, deren politisches Engagement nur darin besteht, Hass zu schüren und Gewalt einzufordern und sich dabei oberflächlich gemäßigt zu geben, damit genau solche Menschen wie der Autor denken, dass Kirk einfach ein wenig konservativer war als der Rest. Dabei reichen ein oder zwei Reden um zu verstehen, was für ein menschenverachtender Müll dahintersteckt. Und da ist es auch egal ob tot oder nicht: solche Inhalte dürfen und müssen klar angesprochen werden. Wer da wirklich lieber einen Zusammenhang zu Gaming-Kultur sucht, der hat anders als Kirk den Schuss nicht gehört.

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