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Test: Anbernic RG G01

by Patrick

Testgerät von Anbernic zur Verfügung gestellt

Anbernic ist eigentlich für seine Emulationshandhelds bekannt. Im Februar 2026 hat das Unternehmen jedoch erstmals einen Controller veröffentlicht: den RG G01. Auf dem Papier liest sich die Ausstattung durchaus spannend. Mechanische Buttons, Hall-Effect-Sticks, ein integriertes Display und sogar ein Herzfrequenzsensor sollen den Controller von der Konkurrenz abheben. Auch der Preis wirkt zunächst sehr attraktiv.

Doch wie schlägt sich der Anbernic RG G01 im Alltag? Genau das klären wir in diesem Test.


Ausstattung

Der RG G01 wird in einer schlichten Kartonverpackung geliefert und kann in drei Farben bestellt werden: Schwarz, Weiß und Gelb. Neben dem Controller selbst legt Anbernic ein USB-C-Kabel, zwei alternative Analogsticks, eine Smartphone-Halterung sowie einen USB-Dongle bei.

Die Halterung lässt sich oben am Controller befestigen und richtet sich vor allem an Spieler:innen, die gerne auch auf dem Smartphone zocken. So lässt sich der RG G01 problemlos als Mobile-Gaming-Controller nutzen.

Bei der Verbindung zeigt sich der Controller erfreulich flexibel. Der RG G01 kann entweder per USB-Dongle, Bluetooth oder klassisch per Kabel verbunden werden. Unterstützt werden unter anderem PC, Android- und iOS-Geräte sowie die Nintendo Switch und Switch 2. Auch die hauseigenen Handhelds von Anbernic lassen sich damit steuern. Ich habe den Controller beispielsweise mit meinem RG CubeXX getestet, was problemlos funktionierte.


Funktionen und Technik

Funktionell hat der Anbernic RG G01 einiges zu bieten. Das auffälligste Merkmal ist ohne Zweifel der integrierte 2,5-Zoll-IPS-Bildschirm, der in der Mitte des Controllers sitzt und gleichzeitig das Herzstück des Geräts darstellt.

Über dieses Display lassen sich nahezu alle Einstellungen direkt am Controller vornehmen. Ein großer Vorteil dabei ist, dass keine zusätzliche Software oder App installiert werden muss. Anpassungen wie Button-Mapping oder Profilwechsel können direkt über das integrierte Menü vorgenommen werden.

Die Facebuttons, das Digikreuz, die Bumper sowie die Backpaddles sind mechanischer Natur. Beim Drücken entsteht ein deutlich hörbares Klickgeräusch, das ein hochwertiges und präzises Gefühl vermittelt. Gerade Spieler, die mechanische Eingaben bevorzugen, dürften daran Gefallen finden.

Auch die Trigger bieten eine Besonderheit. Sie lassen sich über einen kleinen Schalter von einer analogen Eingabe – ähnlich wie beim DualSense-Controller – auf einen digitalen Modus umstellen. Dadurch eignet sich der Controller auch besonders gut für Switch-Spiele, die mit digitalen Triggern arbeiten.

Bei den Analogsticks setzt Anbernic auf eine weiterentwickelte Version von Hall-Effect-Sticks, die unter dem Namen Purple Kirin vermarktet wird. Diese Technologie soll dafür sorgen, dass das bekannte Problem des Stick Drifts gar nicht erst auftritt. Natürlich lässt sich nach einer kurzen Testphase noch keine endgültige Aussage über die Langzeitstabilität treffen, allerdings haben Hall-Effect-Sticks in der Vergangenheit bereits bewiesen, dass sie deutlich langlebiger sind als klassische Potentiometer-Sticks.

Zusätzlich bietet der Controller Rumble-Vibration sowie Gyro-Steuerung, was besonders bei einigen Switch-Titeln relevant ist. Beide Funktionen arbeiteten im Test zuverlässig.

Unterhalb von Analogstick und Digikreuz befinden sich vier zusätzliche Tasten für Start, Select, Home und Zurück. Der Home-Button erfüllt dabei eine doppelte Funktion: Neben der klassischen Systemfunktion wird darüber auch das Menü des RG G01 geöffnet. In der Praxis führt das allerdings dazu, dass gleichzeitig das Steam-Overlay oder das Home-Menü der Switch geöffnet werden kann. Eine eigene Taste für das Controller-Menü wäre hier vermutlich die elegantere Lösung gewesen.

Ein- und ausgeschaltet wird der Controller über einen Schalter auf der Rückseite. Persönlich gefällt mir diese Lösung deutlich besser als das lange Halten bestimmter Tasten, wie es bei vielen anderen Controllern üblich ist.

Die Batterieleistung wird mit 21 Stunden angegeben, während meines Tests musste ich den Controller auch nur einmal voll aufladen. Mit heruntergeschraubter Helligkeit des Displays sollten die 21 Stunden durchaus machbar sein.


Anpassungsmöglichkeiten

Auch bei der Individualisierung bietet der RG G01 viele Optionen. Über das integrierte Menü lassen sich verschiedene Eingabe-APIs auswählen, darunter XInput, DInput, Switch-Modus sowie spezielle Profile für Android und iOS.

Der Wechsel zwischen diesen Modi funktioniert sehr schnell. Nach einem kurzen Neustart ist der Controller direkt wieder einsatzbereit.

Darüber hinaus lassen sich Deadzones für Sticks und Trigger anpassen, und auch die Backpaddles können frei belegt werden. Bei den Paddles hätte ich mir allerdings eine etwas stärkere Ausprägung gewünscht. Sie liegen relativ nah am Gehäuse und sind dadurch nicht ganz so leicht zu erreichen.

Sehr praktisch ist die Möglichkeit, mehrere Profile zu speichern. Insgesamt können bis zu vier verschiedene Konfigurationen angelegt werden, zwischen denen sich jederzeit schnell wechseln lässt. Gerade für unterschiedliche Spielgenres wie Shooter oder Rennspiele ist das eine sinnvolle Funktion.


Herzfrequenzsensor als kurioses Extra

Ein Feature, das Anbernic relativ stark beworben hat, ist der integrierte Herzfrequenzsensor. In den Griffen des Controllers befinden sich Sensoren, die den Puls messen und direkt auf dem Display anzeigen.

Zusätzlich lässt sich der Tagesverlauf der Herzfrequenz im Menü einsehen. Einen wirklichen spielerischen Mehrwert bietet das zwar nicht, dennoch ist es eine interessante Spielerei. Gerade in besonders intensiven Spielmomenten kann es durchaus unterhaltsam sein zu sehen, wie der Puls während eines Bosskampfes plötzlich ansteigt.


Preis

Der Anbernic RG G01 kostet offiziell rund 39,99 US-Dollar. Allerdings kommen beim Direktkauf noch Versandkosten von etwa 20 Dollar sowie rund 12 Dollar Steuern hinzu. Insgesamt landet man dadurch bei einem Preis von ungefähr 72 Dollar.


Praxistest

Ich habe den RG G01 etwa eine Woche lang intensiv getestet und ihn dabei hauptsächlich am PC und an der Nintendo Switch 2 verwendet.

Um ein gutes Gefühl für den Controller zu bekommen, habe ich auf dem PC Bloodstained: Ritual of the Night komplett mit dem RG G01 durchgespielt. Zusätzlich kamen auf der Switch 2 mehrere Stunden Mario Tennis hinzu.

Während des Tests konnte der Controller in vielen Bereichen überzeugen. Verarbeitung, Haptik und Eingabegefühl sind für diese Preisklasse wirklich sehr gut. Besonders positiv aufgefallen sind die mechanischen Buttons sowie die präzisen Analogsticks. Auch Input-Lag konnte ich weder über Bluetooth noch über den Dongle feststellen.

Ich habe relativ große Hände mit eher schmalen Fingern, und der RG G01 liegt in meinen Händen angenehm und sicher. Einzig die Backpaddles könnten etwas weiter aus dem Gehäuse herausstehen. Beim Razer Wolverine V2 Pro gefällt mir die Umsetzung beispielsweise noch etwas besser.

Die Bedienung der integrierten Controller-Software funktioniert intuitiv und schnell. Lediglich die doppelte Funktion des Home-Buttons ist im Alltag manchmal etwas unpraktisch.


Fazit

Der Anbernic RG G01 hat mich im Test positiv überrascht. Für einen vergleichsweise günstigen Preis bekommt man hier einen Controller mit vielen Funktionen, die sonst eher in deutlich teureren Modellen zu finden sind.

Die mechanischen Buttons fühlen sich hochwertig an, das Gehäuse wirkt solide und die Anpassungsmöglichkeiten über das integrierte Display sind sehr komfortabel. Besonders die Hall-Effect-Sticks und die Profileinstellungen machen den Controller zu einer interessanten Alternative zu klassischen Pro-Controllern.

Der Herzfrequenzsensor ist eher eine Spielerei, stört aber auch nicht. Wirklich relevant sind dagegen die gute Verarbeitung, die breite Plattformunterstützung und die stabilen Verbindungen über Bluetooth und Dongle.

Kritik gibt es lediglich für die etwas schwer erreichbaren Backpaddles, die doppelt belegte Home-Taste und die relativ hohen Versandkosten beim Direktkauf.

Wer darüber hinwegsehen kann und einen günstigen Pro-Controller mit vielen Features sucht, kann beim Anbernic RG G01 bedenkenlos zugreifen. Selbst im Vergleich zu deutlich teureren Modellen wie dem Xbox Elite Controller 2 schlägt sich der Controller überraschend gut und übertrumpft Microsofts Gerät in fast allen Punkten sogar.

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